Hier finden Sie die Themen der aktuellen Berichte und alle gesendeten Beiträge im Online Archiv.
RFH online

RFH ist Mitbegründer des Bundesverbandes Lokal TV

Lokale TV-Sender formieren sich zur Dritten Kraft im Deutschen
Fernsehmarkt

(PresseBox) Erfurt, 13.10.2011, "Die Dritte Kraft der deutschen
Fernsehlandschaft hat sich formiert und ihre Arbeit aufgenommen", dies
erklärte der frischgewählte Vorsitzende des "Bundesverbandes Lokal-TV -
BLTV", Klaus-Dieter Böhm, gestern anlässlich des Parlamentarischen
Abends der Landesmedienanstalt Thüringen - TLM im Erfurter Landtag.

Mit rund 16 Millionen über Kabel und DVBT versorgten, d.h. ca. 40% der
deutschen Fernsehhaushalte und damit rund 36 Mio. möglichen Zuschauern,
hätten die Lokalsender mit dem am 6. Oktober in Leipzig gegründeten BLTV
endlich auch eine funktionsfähige bundesweite Organisation geschaffen
und sich "als Dritte Kraft" in der deutschen Fernsehlandschaft
aufgestellt. "Damit stehen wir am Anfang der Formierung eines
Mediengiganten, der die Werbewirtschaft aufhorchen lassen wird. Die
Bündelung der Reichweite und damit ein einfach buchbares Angebot für die
Werbewirtschaft ist eine der vordringlichsten Aufgaben unseres neuen
Verbandes", sagte Böhm.

Diese Rolle der Lokalsender werde durch die zentrale Zuführung des
digitalen Sendesignals der ca. 200 Sender begünstigt, womit sich die
einmalige Chance biete, einen vielfältigen, hundertfachen Globalplayer
in der bundesdeutschen Fernsehszene zu etablieren. So seien allein im
Vorstand des Bundesverbandes Lokal-TV bereits sechs Bundesländer
vertreten die allein ca. 1,6 Mio. Zuschauer mit Lokal-TV-Angeboten
versorgen.

Wie Böhm weiter mitteilte, seien zurzeit im BLTV 67 Lokalsender
repräsentiert. Schwerpunkt sei derzeit Zeit noch Ostdeutschland, die
Verbindungen nach Westdeutschland sollen in den nächsten Monaten
systematisch ausgebaut werden. Entsprechende Interessensbekundungen
lägen bereits vor.

Der Vorsitzende teilte außerdem mit, dass neben ihm als
Hauptgesellschafter des thüringischen Senders Salve TV, einstimmig Mike
Bielagk (ARiS, Sachsen) und Marcus Ahrens (FSA, Sachsen-Anhalt) als
stellvertretende Vorsitzende
, Heinz-Peter Labonte (Gesellschafter der
WMZ GmbH, Brandenburg und Vorsitzender des Fachverbandes
Rundfunkempfangs- und Kabelanlagen - FRK) als Schatzmeister und als
Beisitzer, Werner Peter (Nordost TV, Mecklenburg-Vorpommern), und
Sebastian Labonte (WMZtv Frankfurt (Oder)) gewählt worden seien. Als
Sitz des Verbandes wurde Frankfurt (Oder) beschlossen.

In der Gründungsversammlung in Leipzig habe Einigkeit geherrscht, dass
Lokalfernsehsender zu koordinieren, gemeinsame Interessen zu vertreten
und die wirtschaftliche Situation der lokalen Sender zu verbessern die
vordringlichsten Aufgaben des BLTV seien.

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit werde in Zukunft die Verwendung der
GEZ-Haushaltsgebühr als Ersatz der GEZ-Gerätegebühr sein, weil man nach
eigenen Berechnungen davon ausgehe, dass es zu Mehreinnahmen bei den
TV-Gebühren i.H.v. mindestens 200 Mio. ? pro Jahr kommen werde, die
einerseits den auf Senderfinanzausgleich angewiesenen Sendern RBB, Radio
Bremen und dem Saarländischen Rundfunk sowie über die
Landesmedienanstalten den lokalen TV-Sendern zugutekommen sollten. Denn
bei den Lokalsendern sei in den letzten Jahren die kommunale, regionale
und journalistische Kompetenz stark gewachsen. So könnten in diesen
Sendern:

- Politiker noch einen Gedanken ohne Unterbrechung zu Ende formulieren,
- BürgerVerbände und Wirtschaft ihre Anliegen ausführlich vortragen,
- wirkliche Meinungsbildung und direkte Demokratie stattfinden.

Lokal-TV leiste längst einen maßgeblichen Beitrag zur lokalen
Meinungsvielfalt, erfülle damit einen quasi öffentlich-rechtlichen
Status und sei für die Meinungsvielfalt und die demokratische
Entwicklung sowie die Teilhabe am öffentlichen Meinungsbildungsprozess
unverzichtbar. Gerade dieser Ansatz finde bei Landes- und
Regionalpolitikern zunehmend Zustimmung. Durch gemeinsame, einheitliche,
zertifizierte Reichweitenerfassung wolle der Verband in Zukunft die
Werbewirtschaft auch für bundesweite Werbeschaltungen begeistern.

"Lokal-TV hat", so erklärte Böhm abschließend, "das haben Untersuchungen
bewiesen, mit 65% und mehr Akzeptanz bei den versorgten Haushalten die
größte einheitliche Zielgruppenansprache in der Fernsehlandschaft. Neben
verbesserter Lobbyarbeit strebt der Verband einen koordinierten
Internetauftritt mit einer eigenen Mediathek an. Schon heute sind die
einzelnen Archive der Sender im Internet, zusammen betrachtet, die
größte Mediathek in Deutschland. Damit entwickelt sich Lokal-TV
zunehmend zum Hoffnungsträger der öffentlich-rechtlichen Informations-
und Bildungsangebote, der die unmittelbare Nähe zum Zuschauer und zu
deren Bedürfnissen herstellt. In einer unübersichtlichen globalisierten
Welt wächst das Informationsbedürfnis im Lokalen. Lokal-TV gehört die
Zukunft. Medienvielfalt ist die Antwort auf einen zunehmenden Meinungs-
und Erwartungsjournalismus."